Thursday, 16 April 2020 / Nicole / Warum Krisen gut sind

Heute schauen wir uns mal an, was z.B. eine Krise mit Jugendlichen auch Gutes hat? Krisen haben nämlich auch immer etwas Gutes. Wie alles im Leben, hat auch eine Krise mindestens 2 Seiten. Ich kann sie als Katastrophe, oder auch als Chance sehen. Es kommt eben auch auf die eigene Haltung an.

So ist es auch nicht immer hilfreich, zu versuchen, den Jugendlichen zu beruhigen. Manchmal kann es besser sein, die Krise nicht zu vermeiden. Eine wirkliche Auseinandersetzung, kann auch etwas klärendes haben. Da kommt dann endlich auf den Tisch, was vielleicht schon lange im Raum stand. Nur hat es bisher niemand ausgesprochen. Klar wäre es vielleicht besser, man könnte Unangenehmes ruhig besprechen. Aber oft kommt es eben erst heraus, wenn die Gemüter genug erhitzt sind. Vorher siegt das Bedürfnis nach Harmonie. Man sagt sich Dinge wie: „Na ja, ist ja nicht so schlimm“ oder Ähnliches. Nur wenn ein negatives Gefühl lange genug unterdrückt wurde, bricht es sich eben Bahn, in dem man wütend wird. Da haut man sich dann alles mögliche an die Köpfe.

Krisen kommen eigentlich nicht plötzlich. Wenn man ein wenig Erfahrung hat, kann man schon vorher die Anspannung fühlen. Man nennt es „dicke Luft“. Eine Krise kann da reinigend wirken. Wir sollten also eher versuchen die Krisen zu lenken, als sie zu umgehen oder zu vertuschen. Wenn man sich schon kennt, kann man sich vielleicht sagen, nicht jetzt, um 22 Uhr, kurz vor der Nachtruhe, sondern eher um 16 Uhr. Man weiß dann, welche Knöpfe man drücken muss und welche bei dir gedrückt werden. Also wenn man es zur Krise kommen lässt, kommen die Themen auf den Tisch, was gut ist. Die Zeit danach, kann man dann gut nutzen, um über die Probleme zu sprechen. Das ist ganz wichtig! Was steckt hinter der Wut, Trauer usw.? Was ist das eigentliche Thema? Ist es z.B. die Mutter? Was kann man tun, um die Probleme zu lösen? Z.B. einen Brief schreiben, Rollentausch (also ich bin jetzt die Mutter und du das Kind) etc.

Wenn man also die „Krise“ lenkt und selbst sich ein Stück emotional gerüstet hat, kann man hinterher reflektieren. Wenn man aber nicht vorbereitet war, hat man hinterher selbst keine Energie mehr, für ein klärendes Gespräch. Das ist sehr schade. Weil die Jugendlichen gerade nach einem „Ausfall“ oft sehr ruhig und zugänglich sind. Die Energie ist verpufft und man könnte sich jetzt gut zusammen setzen.

Fazit ist, man sollte nicht unbedingt versuchen, die Krise zu vermeiden, nicht so viel Angst davor haben. Wenn ihr merkt, dass dicke Luft herrscht, dann versucht mal, die Krise zu lenken. Ihr entscheidet wann und wo. Es kann ruhig mal etwas kaputt gehen. Sucht Dinge, die kaputt gehen dürfen. Z.B. Plastik Wasserflaschen. Die machen auch ein schönes Geräusch, wenn dagegen getreten wird. Platziert sie so, dass sie am Boden steht und gut erreicht werden kann. Stellt euch nicht zwischen den Jugendlichen und einen Gegenstand, den er zerstören will. Dann soll lieber der Fernseher oder Ähnliches zu Bruch gehen, als eure Nase. Wenn ihr in der Gruppe seid, müsst ihr natürlich auch an den Schutz der anderen denken. Schickt sie raus. Vielleicht steigt ein anderer Jugendliche auch noch in den Konflikt ein. Ihr müsst abschätzen können, ob es nur ein kleines Gerangel ist, wie bei Welpen, oder ob ihr einschreiten müsst. Dann ist es am besten, die Streithähne abzulenken. Ihr versucht sie abzulenken, zu erschrecken, ihr ruft „Feuer“, oder so was.

Gut ist es manchmal auch, auf dem selben Level, wie der Jugendliche zu agieren. Er tritt gegen Dinge, du auch. Dann fährst du aber langsam herunter. Oft tut das der Jugendliche dann auch. Natürlich ist dafür die Grundvoraussetzung, dass du innerlich gelassen bleibst. Sonst geht das schief.

Das habe ich am eigenen Leib erlebt. Ich war mit einem Jugendlichen auf dem Jakobsweg und habe mich auf einen richtigen Streit eingelassen. Am Ende gab es ein Gerangel um mein Handy, wir wälzten uns auf dem Boden, am Schluss hatte ich einen gebrochenen Finger und ein gesperrtes Handy.

Es ist also ganz wichtig, selbst die innere Ruhe zu bewahren. Also keine persönlichen Probleme mit in den Dienst nehmen oder Ähnliches. Zur Wahrung der inneren Ruhe findet ihr auch gute Ratschläge, Übungen und Hilfe bei meinem 21 tägigem Energieprogramm, das jetzt während der Krise von euch auch genutzt werden kann und ihr bezahlt nur, was ihr wollt und könnt.

Also wenn ihr locker bleiben könnt, sind Krisen keine Katastrophe, sondern gehen gut aus. Danach kann man viele Probleme klären und produktiv mit den Jugendlichen arbeiten.

 

Warum Lebenskrisen gut sind?

Lebenskrisen stellen oftmals eine Zäsur im Leben eines Menschen dar. Also, wenn man schwer erkrankt, die Arbeit verliert, einen geliebten Partner oder sein zu Hause. Wenn Dinge passieren die so einschneidend sind, dass man sein Leben nicht so fortführen kann, wie bisher.

Nun kann man sagen, das sind Situationen, die einem Jeden erst einmal den Boden unter den Füßen wegziehen. Da ist man vielleicht geschockt und denkt, es sei das Ende. Man fragt sich z.B. warum gerade mich so ein Schicksalsschlag ereilt. Manche denken an Gott, andere nennen es Karma oder das Universum.Ich sage immer gerne, das Leben. Vielleicht ist es auch simpel und gehorcht dem Prinzip von Ursache und Wirkung.

Die Krise kommt oft dann, wenn man sich gar zu bequem im Leben eingerichtet hat. Man verlässt die schon zuvor erwähnte Komfortzone nur ungern. Will sich nicht weiter entwickeln, solange es läuft. Vielleicht nicht sehr gut, aber es geht. Man lebt so vor sich hin.(Unbewusst)

Dabei ist das, was gerade passiert, vielleicht nicht nur ein Unglück, sondern auch eine Chance. Deine Welt scheint angehalten, somit hast du die Chance, dich neu zu orientieren, neu zu definieren.

Die Krise zwingt uns inne zu halten, zu reflektieren, unsere Reserven zu mobilisieren. Die neue Situation erzeugt auch eine gewisse Angst, die uns befähigen kann, alles ganz bewusst wahrzunehmen und hell wach zu sein. Krisen kommen im Leben eines Jeden, unausweichlich, wenn man nicht sehr sensibel ist. Man müsste schon die leisen Anzeichen, die voraus gehen, wahrnehmen und darauf reagieren. Freudig Veränderungen mitmachen und sich entwickeln. Leider steht uns da unsere Trägheit und Angst vor Veränderung im Weg.

Viele Menschen haben aber auch ihre Krise genutzt, um ganz neu anzufangen. Sie haben es geschafft, sich selbst zu helfen, später die gemachten Erfahrungen weiter zu geben und damit anderen zu helfen. Sie haben für sich selbst Methoden entwickelt, aus dem Loch oder der Krise raus zu kommen und diese dann anderen vermittelt. Für manche hat sich daraus ein neues business entwickelt.

Z.B. Clemens Kuvi, erfolgreicher Regisseur, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt ist und einen neuen Sinn im Leben fand, in dem er erfolgreich anderen hilft und seine Methode verbreitet. Oder Christian Bischhoff der Basketball Profi, der wegen eines Rückenleidens, seinen Sport nicht mehr ausüben kann.Heute sagt er, dass es ein Glück war. Auch er motiviert nun andere Menschen und ist damit sehr erfolgreich. Auch Daniel Aminati, der „Bed and Breakfast“ aufgebaut und letzten Endes zum Erfolg geführt hat, hatte eine schwierige Kindheit zu verkraften und ist heute auch bekannter Moderator. Man könnte diese Liste noch endlos fortsetzen.

Unsere Jugendlichen stecken eigentlich auch in einer Lebenskrise. Darum ist es besonders wichtig, dass der/die BetreuerIn ihnen vermitteln kann, dass er/sie die Situation kennt. Selbst erlebt hat wie es ist, verlassen, verspottet und AußenseiterIn zu sein. Wenn wir uns in die Situation des Jugendlichen fühlen können und das auch vermitteln, fällt es leichter, als Vorbild zu dienen, als wenn ich erzähle, dass ich immer eine gute Schülerin war, meine Eltern mich verstanden und in meinem Leben immer alles ohne Probleme ablief. Nein. Ich hatte auch Lebenskrisen, dann Cut, dann Neuanfang! Wir können aus einer Krise heraus kommen, wenn wir aufhören uns zu bemitleiden und wütend zu sein, wenn wir unsere Haltung ändern und etwas aus der Situation machen. Wir müssen ihnen Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie etwas zum Positiven verändern können.

 

Was die Corona-Krise Gutes bringt.

So wie die Krisen, die ich schon angesprochen habe, so kann man auch dieCorona-Krise als Chance verstehen. Viele werden jetzt denken, dass das nicht stimmt. Es gab schon Fälle von Suizid, Menschen denen gerade mal die Existenz entzogen wird. Man hört vom Ansteigen der häuslichen Gewalt, Menschen denen diese Welt-Krise Angst macht, denen es schwer fällt, das eingesperrt Sein auszuhalten. Natürlich geht es mitzunehmender Dauer des „Lockdon“ immer mehr Menschen, nicht gut damit.

Es gibt aber, wie immer, auch positive Auswirkungen. Schauen wir uns nur mal den Himmel an. Die Luft hat sich deutlich verbessert. Der Natur kommt es zu gute, wenn wir mal alle die Füße still halten. Die Umweltbelastung geht zurück und man berichtet von Delfinen, welche vom Strand aus zu sehen seien. Der Stillstand ist aber auch eine Chance, in sich hinein zu horchen, sich in Ruhe, mit sich und der Rolle, die man im leben gewählt hat, auseinander zu setzen. Man kann sich fragen: Wo stehe ich? Will ich so weiter machen? Was will ich machen? Wo liegen meine Werte?

Man hat Zeit sich neu zu ordnen. Vielleicht fängt man schon mal mit der Wohnung an. Da aufzuräumen, was man schon lange einmal machen wollte. Jetzt ist die Gelegenheit, in Angriff zu nehmen, was ich schon immer mal machen wollte, oder was ich schon lange vor mir her schiebe.

Du kannst deine Beziehung betrachten. Ist sie so, wie du möchtest. Ist sie erfüllend oder lebt ihr nur neben einander her? Ist es eine Zweckgemeinschaft, oder eine wirklich tiefe Verbindung? Wie ist es mit den Kindern. Kann ich mich aus vollem Herzen an ihnen erfreuen, oder fühle ich mich ständig überfordert? Manche haben sicher Probleme und wissen nicht, was sie mit ihren Kindern machen sollen, wie mit ihnen umgehen, besonders jetzt, wo denen auch langsam die Decke auf den Kopf fällt und man Tag und Nacht zusammen ist. Vielleicht kann euch dazu der ein oder andere Podcast, Blog oder Kurs, den ich auch anbiete, Tipps geben und helfen.

Wir können jetzt unsere Beziehungen unter die Lupe nehmen. Die gemeinsame Zeit genießen und gerade den Kindern mehr Aufmerksamkeit schenken. Kinder sind sehr sensibel, spiegeln oft die Menschen in ihrer Umgebung. Da wir jetzt viel Zeit gemeinsam verbringen, wäre es eine gute Gelegenheit, ihnen viel Aufmerksamkeit zu schenken und eventuell sogar von ihnen zu lernen. Wir können uns fragen, mit wem wir unsere Zeit verbringen. Wen kontaktieren wir jetzt? Welche Kontakte fehlen mir, wer tut mir gut? Was ist mit Sport? Genießt du dein Leben? Wie sieht der Tagesablauf aus?Vielleicht brauchen wir eine neue Ordnung, eine neue Struktur im Leben?

Es werden Themen sichtbar. Was macht die Politik? Welche Berufe sind wirklich wichtig? Bekommen die jetzt mal mehr Geld, oder Anerkennung? Die Frau an der Kasse, die Krankenschwester, der Bus-oder Lkw Fahrer, die Erzieher usw. Vielleicht lernen wir Menschen wieder wertzuschätzen, die vorher eher im Hintergrund standen.

Jedenfalls sollten wir die Krise nutzen, um hinterher in ein Leben zurück zu gehen, das besser ist als vorher. Weil wir besser sind. Weil wir die Krise genutzt haben, um uns Gedanken zu machen, uns zu hinterfragen und dann ein bisschen weiser und bewusster im Leben zu stehen.